Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe

 Ich gestalte gemeinsame Aktivitäten so, dass niemand bloßgestellt oder in unangenehme Situationen gedrängt wird.  Situationen mit besonderer Nähe (z. B. Übungseinheiten zu zweit, veranstaltungsbezogene Situationen zu zweit usw.) finden in den dafür vorgesehenen, geeigneten Räumlichkeiten statt. Diese müssen jederzeit von außen zugänglich sein. Zudem sind Information und gegenseitiges Einvernehmen unerlässliche Bedingung.  Methoden, Übungen und Aktionen werden so gestaltet, dass bei Teilnehmenden oder Mitarbeitenden keine Angst erzeugt und Grenzen nicht überschritten werden.  Wir achten bei Übungen, Ausbildungen und Aktionen auf Choice, -Voice und Exit-Möglichkeiten16 und bieten Alternativen an. 16 Choice-Voice-Exit gilt nach Wolff, Mechtild, Schröer, Wolfgang und Fegert, Jörg M. (2017: 18f) wie folgt: Choice: Schutzbedürftige haben immer die Wahlmöglichkeit, ob sie sich in der aktuellen Situation befinden möchten. Voice: Schutzbedürftige haben immer das Recht, Verletzungen ihrer Rechte mitzuteilen sowie ihre Stimme zu erheben. Exit: Schutzbedürftige müssen aus jeder Situation aussteigen können 17 Das Aus einer machtkritischen Perspektive könnte der Begriff „respektvoll“ kritisch gesehen werden, weil er vorgibt, wie Kritik formuliert werden soll, und damit implizit Machtstrukturen stabilisieren könnte. In diesem Kontext wird „respektvoll“ jedoch praktisch als Leitlinie für einen sachlichen und konstruktiven Umgang verwendet. 6.3 Sprache und Wortwahl  Ich achte auf eine gewaltfreie, geschlechtersensible und diskriminierungskritische Sprache. D. h. ich verwende keine sexualisierte Sprache (z. B. Kommentare, Witze, Anspielungen).  Beobachte ich sprachliche Grenzverletzungen, beziehe ich aktiv Position und sensibilisiere andere – im Sinne einer offenen Fehler- und Feedbackkultur – dafür, grenzachtende Sprache zu verwenden.  Ich äußere Kritik respektvoll17, konstruktiv und sachlich. Rückmeldungen nehme ich offen und ohne Rechtfertigung an.  Unter Kolleg*innen achte ich auf eine respektvolle Ansprache. Ich respektiere jeden Wunsch der Ansprache, d. h. jede*r Kolleg*in entscheidet selbst, ob Vorname oder Nachname, Du oder Sie verwendet werden soll.  Kinder und Jugendliche spreche ich altersentsprechend und mit vorheriger Erlaubnis mit ihrem Vornamen an und biete ihnen kontextgebunden auch das „Du“ an (z. B. Ehrenamt, Schulprojekte). 6.4 Kleidung  Ich kleide mich stets dem Anlass entsprechend und respektiere unterschiedliche Bewertungen der Angemessenheit. D. h., jede*r ist frei in der Kleiderwahl und wird aufgrund dieser nicht diskriminiert, sexualisiert oder ausgeschlossen.  Nehme ich durch die Kleidung anderer eine Grenzverletzung wahr, suche ich das respektvolle Gespräch oder wende mich an eine*n Vertrauensmitarbeiter*in.  Gelten im Rahmen von Veranstaltungen oder Übungen Kleidervorschriften, z. B. zum Schutz der Teilnehmenden, so sind diese für alle Beteiligten nachvollziehbar zu erläutern und einzuhalten. 10 Verhaltenskodex

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